24 Mai 2018

Lomac der Culpo Brüder: zwei Generationen Seite an Seite


In Maschinen und Personal investieren mit dem Blick in die Zukunft

 


Wir kommen beim Sitz von Lomac der Culpo Fratelli Gruppe nach einer wunderschönen Fahrt über die Hügel der Provinz von Vicenza an. Lächelnde Gesichter, Handschläge: wir fühlen uns durch die nette Art sofort zuhause. Wir setzen uns mit dem Inhaber Franco, seinen Töchtern Chiara und Marco und Loreta in ein Büro und lassen uns erzählen, wie das Unternehmen entstanden ist.

“Das Unternehmen ist in den 70er Jahren in der Garage meiner Mutter entstanden, wir waren angestellt und arbeiteten in unserer Freizeit. Damals war das noch möglich“, erklärt uns Franco. “Wir machten Gitterwerke, Geländer, Türen, Zimmermannsarbeiten. Dann mussten wir in eine kleine Werkhalle umziehen, dann in noch eine größere, und seit 1986 sind wir hier. Unsere Hauptkunden sind Hersteller von Landwirtschaftsmaschinen, Trocknern und Autowaschanlagen. Es sind Partner, die an uns gebunden sind, da wir schon seit 30 Jahren zusammenarbeiten“.

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Aber ein Unternehmen muss immer neue Möglichkeiten suchen um zu wachsen und einen weiten Fächer an Kunden zu haben. In einem Sektor, in dem so viel Konkurrenz herrscht und der so groß ist, wie der der Dienstleistungen, ist es sehr wichtig sich von den anderen abzuheben. „Es ist schwierig, dass etwas falsch produziertes herauskommt, wir geben sehr viel Acht auf die Qualität: die Kunden wissen, dass sie bei uns keine bösen Überraschungen erwarten“, fügt Marco hinzu. Geboren 1991, ist er einer der neuen Generation des Unternehmens. Loreta, eine historische Figur in Culpo, erklärt uns ihre Strategie näher: „Während der Krise haben wir auf die Qualität und die Dienstleistungen gesetzt, uns haben so einen Platz für die komplizierteren Arbeiten herausgearbeitet, für die es weniger Konkurrenz gibt und Deine Professionalität bestätigt werden kann. Wir unterscheiden uns von den Anderen auch dadurch, dass wir uns auf das, was die neu gekauften Maschinen uns ermöglichen, die 6 Meter Abkantpresse zum Beispiel, fokussieren. Viele Konkurrenten gehen nicht weiter als bis zu den 3 bis 4 Meter-Pressen“.

Lomac hat in der Tat gerade eine neue Laserschnittanlage und eine 330 Tonnen auf 6 Meter X-Press Next Abkantpresse mit elektrischen Biegehilfen, erhöhtem Hub und Licht, 7 Achsen, hydraulischen Klemmungen für die Matrizen und pneumatischen AriSlide Stempelklemmungen gekauft. „Obwohl wir noch keine Werbung gemacht haben und noch nicht rumerzählt haben, haben wir schon angefangen Aufträge für 5 Meter und noch größere Stücke zu bekommen“, erzählt uns Marco. „Sogar unser Blechlieferant hat uns die Kontakte von Kunden von ihm übermittelt, die Dienstleister mit diesen Fähigkeiten für 6 Meterstücke suchten“. Das zeigt ein weiteres Mal, wie es möglich ist, eine wichtige Position auf dem Markt durch Investitionen in Avantgardemaschinen mit anderen Eigenschaften als die Mittelschicht zu erobern.

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Auch dank dieser neuen Maschinen durchlebt Lomac in Moment eine positive Zeit, die durch Wachstum und hohe berufliche Befriedigungen gekennzeichnet ist. Aber das war nicht immer so: „Die Zeit der Krise war für uns wirklich schwierig. Der Verlust eines Bruders, der starke Zurückgang des Arbeitsvolumens und das Arbeitslosengeld haben uns schwierige Monate gebracht“, erzählt uns Franco. Auch dieses Mal haben die Anstrengung und die Zielstrebigkeit es ermöglicht, das Gewitter zu überwinden. „Wir haben durchgehalten und es ist uns gelungen, die Krise zu überwinden, und jetzt läuft es gut“.

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Die Mannschaft von Lomac besteht aus dem Inhaber Franco, einem Laser-Arbeiter, zwei Biege-Arbeitern, fünf Schweiß-Arbeitern, Loreta und Chiara in der Verwaltung und Marco.

„Anfangs, als ich neu angekommen bin, habe ich nur den Laser entladen, dann habe ich angefangen andere Sachen beim Schweißen und Biegen zu mache. Ich habe auch Ausbildungskurse von CAD besucht”, erzählt uns Marco. „Der Kunde gibt Dir die Zeichnung, aber sie muss immer kontrolliert werden, bevor die in die Produktion geschickt wird. Bevor wir einen Auftrag annehmen, untersuchen wir das Arbeitsstück und wenn wir sehen, dass es nicht möglich ist, oder wir die Lieferzeiten nicht garantieren können, geben wir sofort Bescheid. Wir bevorzugen einige Arbeiten nicht anzunehmen, anstatt dem Kunden in Schwierigkeiten zu bringen“.

Während Marco spricht, nickt Franco lächelnd. Für ihn, der seine Arbeit als Angestellter mit 18 Jahren aufgegeben hat, um zuerst die Culpo Fratelli und dann die Lomac aufzubauen, ist es eine große Befriedigung, die eigenen Kinder die ersten Schritte im Unternehmen machen zu sehen. Aber die neuen Generationen einzuführen ist ein langes Verfahren. „Das ist keine Arbeit, es ist eine Kunst und sie braucht Erfahrung“, sagt Marco. Marco ist bei Lomac seit 2012 und im Betrieb kümmert er sich um verschiedene Sachen, sowohl in der Werkstatt, als auch im technischen Büro. Der andere Neuankömmling ist Chiara: “ich bin hier seit 2016 in der Verwaltung, ich kümmere mich um die finanzielle und kommunikative Seite. Wir machen gerade die Seite neu, wir haben eine Facebook Seite für das Unternehmen mit neuen Fotos und Videos eröffnet. Mein Ziel ist, noch mehr zu wachsen und das weiter zu bringen, was mein Vater und mein Onkel angefangen haben. Wir werden dabei immer mit der Zeit Schritt halten, weil wenn man zurückbleibt, hat man verloren. Zwei solche Maschinen auszutauschen war wirklich notwendig“.

 


 

Es gibt viele Unternehmen, die in den 70er Jahren entstanden sind und die sich nun mit der Thematik des Generationswechsels und der Einführung der jungen Leute auseinandersetzen, vor allem die kleinen Familienbetriebe, die typisch im Nordosten sind. Was empfehlen Chiara und Marco den jungen Leuten wie ihnen, die in ein Unternehmen auf diesem Sektor eintreten wollen? Wie leben sie ihre Situation und was ist ihre Erfahrung?

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“Wir haben Glück in einem familiären Umfeld zu arbeiten, wir versuchen so viel wie geht zu lernen; wir haben eine engere Beziehung, weswegen wir mehr ins Detail gehen können bei viele Angelegenheiten“, antwortet uns Chiara. Auch für Marco ist der Schlüssel das Zuhören: „ich mache nicht die typischen 8-Stunden-Schichten, ich bin immer hier und was auch immer mein Vater mir sagt, das nehme ich alles auf. Mein Ratschlag ist zuzuhören und eine große Fülle an Erfahrung zu sammeln. Einer, der einem Elternteil folgt, der darf nicht denken, dass er, wenn die Sirene läutet, nach Hause gehen kann. Man muss sich mehr anstrengen und darf nie denken, alles gelernt zu haben. Manchmal muss man auch Fehler begehen: man lernt aus seinen eigenen Fehlern. Auch Kurse zu belegen ist wichtig, aber manche Geheimnisse lernt man nur vor der Maschine. Wenn wir die Maschinen austauschen, machen wir immer Kurse, um zu lernen, sie zu bedienen. Ich mache immer Auffrischungskurse, und auch die Schweißer machen Schweißführerscheine, denn oft fragen die Kunden nach diesen Zertifikaten“.

Wir fragen auch Franco was er jemandem rät, der in diese Branche anfangen will, sowohl als neues Unternehmen, als auch als zweite Generation: „Man braucht vor allem viel Passion bei der Arbeit. Die Zimmermannsarbeit muss gefallen, sonst hat es keinen Sinn sich zu bemühen, wie auch bei vielen anderen Arbeiten. Es ist nicht gesagt, dass einem Drechsler auch die Schweißarbeit gefällt. Wer hingegen ein neues Unternehmen auf die Beine stellen will, dem wünsche ich viel Glück!“, ruft er mit einem Hauch von Ironie aus. „Gerade in Italien, mit all dieser Bürokratie. Wir sind mittlerweile drinnen und verstehen, wie es läuft, aber für Jemand, der bei null anfängt, ohne Einführung, ist es schwierig. Um loszulegen ohne ein Loch ins Wasser zu machen, braucht man sehr fähige Personen, die wissen, wie man arbeitet und breite Schultern aus dem finanziellen Gesichtspunkt haben. Außerdem braucht man unternehmerisches Talent und man darf nicht denken, ein Unternehmen nur wegen dem Geld aufzumachen, um sich ein tolles Auto oder eine Villa zu kaufen“.

 


 

Wie zu unserer Gewohnheit wollen wir auch über den menschlichen Aspekt der Leute, die Teil des Unternehmens sind, reden. Wer ist Franco Culpo? „Eine einfache Person, die nur bis zur achten Klasse in der Schule war und mit 14 Jahren angefangen hat zu arbeiten. Jetzt bin ich 60 Jahre alt und bin noch immer hier und arbeite!“, erklärt er uns lachend. „In meiner kleinen Welt habe ich mich ausprobiert und es ist gut gegangen, jetzt bin ich glücklich, weil ich meine Kinder hier in der Firma habe. Außerhalb der Arbeit fahre ich sehr gerne Fahrrad, das ist meine große Passion, auch wenn ich mittlerweile wenig Zeit dazu habe“. Loreta Marcazzan hat hingegen einen anderen Lebenslauf: “ich habe Wirtschaft und Handel studiert, anfangs war ich dann Mathematik- und Buchhaltungslehrerin, dann bin ich 1994 hierhergekommen und es gefällt mir viel mehr, als zu unterrichten. Ich bin eine Person mit einem starken Charakter, ich bin nicht sportlich, aber ich lese und reise gerne. Ich habe eine Tochter und einen kleinen Hund und ich finde, dass ich viel Glück habe und gehabt habe. Ich bin eine Person, die sich leicht an verschiedene Situationen anpasst und die das Glas immer halb voll sieht“.

Noch verschiedener sind die Geschichten der beiden Jüngsten. „Ich bin 1996er Jahrgang, habe Buchhaltung im Gymnasium gemacht und bin dann hierhergekommen, wo es mir super geht“, erzählt uns Chiara. „Außerhalb der Arbeit gehe ich ins Fitnessstudio und tanze und ich habe einen Theaterkurs gemacht und war im Schwimmverein. Ich war schon immer sportlich und ich reise gerne, manchmal fahren ich und Loreta auch zusammen weg“. Marco hat einen anderen Charakter und eine andere Rolle: „Ich schätze mich sehr glücklich, mir hat es nie an etwas gefehlt, ohne dass ich dabei verzogen worden wäre. Ich bin 91er Jahrgang und Vermessungstechniker; nach dem Gymnasium habe ich sofort hier in der Firma angefangen, auch weil sie hier Hilfe brauchten. Hier hat meine Karriere von ganz unten angefangen und ich strenge mich sehr an. Ich bin schon immer sportlich gewesen und habe sehr viele Sportarten ausprobiert. Ich bin ein sehr ruhiger und sonniger Typ; ich mag es mich in konstruktivem Sinne mit anderen zu messen. In stressigen Situationen neige ich dazu mich aufzuregen. Wenn es mir nicht gelingt, sofort etwas zu erreichen, ärgere ich mich über mich selbst, ich verlange viel von mir“.

 

Loreta ist stolz auf die beiden Jüngsten, für sie sind sie ein Teil der Zukunft des Unternehmens: „beide haben viele Fortschritte gemacht, sie sind passioniert bei dem was sie machen und versprechen viel Gutes“, erklärt sie uns. „Auch deshalb haben wir die neuen Maschinen gekauft, weil wir wissen, dass sie in den nächsten Jahren in guten Händen sein werden“.

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Marco, der in direktem Kontakt mit der Produktion ist, teilt die Meinung von Loreta: „Diese beiden Maschinen sind meiner Meinung nach der erste Schritt für ein großes Wachstum. Um konkurrenzfähig zu sein und bessere Produktionsspanne zu haben. Technisch gesehen haben die Abkantpressen riesige Schritte in diesen Jahren gemacht: zwischen der alten Maschine, die wir haben, und der neuen, ist ein riesiger Unterschied!“

 

„Wir haben noch zwei weitere Abkantpressen und eine Blechschere von Gasparini und wir haben uns immer sehr gut damit zurechtgefunden“, sagt uns Franco. „Die Maschinen geben irgendwanhn den Geist auf, so gut sie auch sein mögen, und sie bleiben immer dann stehen, wenn es gerade dringende Arbeiten zu tun gibt, deshalb ist ein schneller Eingriff notwendig. Wenn wir ein Problem hatten, sind die Techniker von Gasparini immer innerhalb von maximal 24 Stunden gekommen um es zu lösen“.

Auch Marco stimmt zu: “Von diesem Gesichtspunkt her, weiß ich nicht, ob es auf dem Markt etwas Besseres als Gasparini gibt. Wir kamen immer gut zurecht, warum sollten wir also wechseln? Letztendlich ist es die selbe Beziehung, die unsere Kunden mit uns haben“.

 

Es war ein sehr interessanter und lustiger Morgen: wir verabschieden die Mannschaft von Lomac, zu die wir sicher bald wieder besuchen werden.


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